Freitag der 13. für Zbik – Sturm verteidigt Titel
Ein Bericht von Matthias Löb
Geredet wurde im Vorfeld des Kampfes von Felix Sturm gegen Sebastian Zbik definitiv von beiden Kämpfern genug, gestern Abend war es endlich an der Zeit, den Worten auch Taten folgen zu lassen. In der ausverkauften Kölner Lanxess-Arena wohnten dem im Vorfeld titulierten deutsch-deutschen “Hass-Duell” um den Titel des WBA-Superchampions im Mittelgewicht bei und sahen eine technisch gutes und temporeiches Duell, was für Sebastian Zbik am Ende wohl ein wenig zu temporeich war.Nach einem ausgeglichenen Beginn und sehr druckvollen Aktionen von Zbik, stellte sich wahrscheinlich jeder neutrale Zuschauer an den Bildschirmen und in der Halle die Frage, ob beiden Boxer das hohe Anfangstempo im späteren Kampfverlauf eventuell zum Verhängnis werden könnte. Sturm suchte in der Anfangsphase die richtige Distanz zum Gegner, was Zbik auch den einen oder anderen kraftvollen Treffer ermöglichte.
Ab Runde 4 hatte sich der WBO-Superchampion Felix Sturm auf den Herausforderer eingestellt, setzte seine linke Führhand präzise durch und brachte auch aus der Halb-Distanz variable Schläge ins Ziel. Zbik wehrte sich, seine Schläge ließen aber die nötige Präzision vermissen und endeten meistens an der Doppeldeckung des Weltmeisters.
Zbik zollte spätestens jetzt dem hohen Anfangstempo seinen Tribut, er suchte den Infight, dem Sturm sich aber mit guten Timing zu entziehen wusste. Sturm baute merklich mehr Sicherheit auf, was zum Einen am Kampf selbst, aber auch an der Ecke des Weltmeisters lag. Fritz Sdunek, ehemaliger Coach von Sebastian Zbik, wies in der Ringpause seinen Schützling, Felix Sturm, auf die abnehmende Kondition seines Kontrahenten hin. Selbstbewusst und beweglich erhöhte Sturm den Druck auf Zbik über seine chirurgisch präzise Führhand, die mittlerweile nach Belieben traf und den Auftakt zu teilweise sehenswerten, rechten Auf- und Seitwärtshaken machte.
Die Gleichung von “Bad Blood” war am Ende simpel, ein zu hohes Anfangstempo von Zbik, plus die nahezu doppelte Anzahl der Treffer von Felix Sturm, machten Zbik mürbe, so mürbe, dass Zbik Coach, Artur Grigorian, nicht mehr an einen erfolgreichen Kampfverlauf seines Schützlings glaubte und Zbik in der Pause zu Runde 10 aus dem WM-Kampf nahm.
















